Wie wechselt man den Essenanbieter?

Eltern haben eine Palette von Möglichkeiten, um Veränderungen beim Essenanbieter zu bewirken. Wer sich für besseres Essen einsetzt, erzielt nicht nur einen Gewinn für sein Kind, sondern für viele Kinder und auch für die Lehrer. Bevor ein Wechsel des Essenanbieters vollzogen wird, sollte die Schulkonferenz Möglichkeiten einer verbesserten Kommunikation suchen. Gespräche zwischen Schule (Lehrer, Schüler- und Elternvertreter), Essenanbieter und Ausgabepersonal sind ein probates Mittel, um die Erwartungen des Partners auszuloten und Probleme zu besprechen. Die kurzen Wege zu Anbietern sind zu nutzen. Führen die Gespräche nicht zum gewünschten Ergebnis, kann die Schulkonferenz einen Anbieterwechsel beschließen. Der Entschluss wird dem Fachdienst Schulverwaltung beim Landratsamt mitgeteilt. Dieser kündigt daraufhin den Liefer- und Leistungsvertrag mit dem Essenanbieter. Die Kündigung muss spätestens bis 30.04. für das folgende Schuljahr erfolgen. Für die Bindung an den neuen Essenanbieter gilt das gleiche Prinzip. Hat die Schulkonferenz einen neuen Anbieter ausgewählt, teilt sie dem Fachdienst Schulverwaltung ihre Entscheidung mit, der die vertragliche Beziehung regelt.

Bei der Auswahl sollte die Schulkonferenz...

  • Kriterien diskutieren, nach denen der neue Essenanbieter ausgewählt werden soll
  • Erfahrungen anderer Schulen einholen
  • Testessen veranstalten
  • das direkte Gespräch mit den regionalen Anbietern suchen
  • die Möglichkeit der kurzen Wege nutzen und die in Frage kommenden Betriebe besichtigen

Die LEADER-Aktionsgruppe Saale-Orla e.V. und die Schulverwaltung setzen sich für regionale Essenanbieter und die Verwendung regionaler Produkte ein. Wer sich für einen regionalen Essenanbieter entscheidet, sollte beachten, dass vor allem kleinere Betriebe begrenzte Kapazitäten haben. Diese Partner brauchen eine gewisse Zeit, um sich auf die neue Situation einzustellen, können auf die Gegebenheiten der jeweiligen Schule aber in der Regel besser eingehen.

Vorteile regionaler Essenanbieter

„Bitte warten – sie werden verbunden.“ Große Unternehmen beeindrucken oft mit imposanter Außendarstellung, glänzenden und perfekten Lösungen. Die Realität ist mitunter anders. Dann erweist sich der weit entfernte Firmensitz als Nachteil. Kontakte bleiben unpersönlich, worunter die Verständigung über strittige Fragen leiden kann. Bei regional verankerten, zumeist kleinen Essenanbietern ist die Nähe zum Kunden ein unschätzbarer Vorteil. Diesen potenziellen Vorteil in realen Gewinn umzuwandeln, muss sowohl Anliegen der Schule als auch der Schulküche sein.

Welche Vorteile bietet der regionale Essenanbieter?

  • Mit der Chefin oder dem Chef eines regional verankerten Essenanbieters ist man persönlich bekannt, kennt oft auch die Mitarbeiter des Unternehmens. Sie können sich ohne größeren Aufwand regelmäßig in der Schule vorstellen. Die Mitarbeiter gehören zur Region und sind daher auf ihren guten Ruf bedacht.
  • Mit dem regionalen Anbieter ist man kurz verdrahtet. Um ein Problem zu beheben, genügt manchmal ein Anruf oder ein kurzes, klärendes Gespräch.
  • Mit dem regionalen Essenanbieter lassen sich Projekttage oder Projektwochen zu Themen wie Ernährung, Kochen, Gesundheit umsetzen. Gemeinsame Aktionen festigen die Partnerschaft, schaffen Vertrauen und binden aneinander.
  • Der regionale Anbieter kann spezielle Wünsche der Schule besser bedienen. Im Thüringer Eichsfeld wird zum Beispiel freitags von vielen kein Fleisch gewünscht (Fastentag). Im Saale-Orla-Kreis ist in manchen Gegenden donnerstags Kloßtag. Wer solche Wünsche bedient, leistet ausgezeichneten Service.
  • Gut funktionierende Partnerschaften zwischen Schulen und regionalen Essenanbietern können über den Speiseraum hinaus wirken. Auch die Darstellung in regionalen Medien oder im Schulalltag bedeutet Gewinn für beide Seiten.
  • Die Erfahrungen der Essenteilnehmer können regelmäßig im direkten Gespräch ausgetauscht werden. Das führt zu größerer Klarheit und beugt Missverständnissen vor.
  • Regionale Anbieter bedeuten regionale Wertschöpfung und regionale Arbeitsplätze. Wirtschaftlich gefestigte Unternehmen sind ein Gewinn für die Region. Wer den Nachbarn unterstützt, wird von dessen Gewinn profitieren.